Emmentaler gehört zu den bekanntesten Hartkäsen Europas und wird bis heute eng mit dem Tal der Emme im Kanton Bern verbunden. Die großen, glänzenden Löcher entstehen während der Reifung durch Gärung und sind das auffälligste Merkmal jedes Laibs. Geschmacklich reicht die Spanne von mild und nussig bis kräftig würzig, abhängig davon, wie lange der Käse im Keller lag. Wer Emmentaler kaufen möchte, achtet vor allem auf Reifezeit, Milchqualität und einen sauberen, geschmeidigen Teig.
| Herkunft | Emmental im Kanton Bern, Schweiz |
| Milch | Kuhmilch, beim Schweizer AOP silofreie Rohmilch |
| Typ | Hartkäse aus großen Laiben |
| Reifung | vier bis zwölf Monate, Spezialitäten deutlich länger |
| Geschmack | mild und nussig bis würzig, leicht süßlich |
| Besonderheit | runde Löcher durch Propionsäurebakterien |
Herkunft im Emmental
Der Name verweist direkt auf das Tal der Emme südöstlich von Bern. Dort entstand der Käse als Talkäse in ungewöhnlich großen Laiben, die früher mit Fuhrwerken zu den Händlern gebracht wurden. Die Größe hatte einen praktischen Grund: Ein großer Laib verliert im Verhältnis weniger Feuchtigkeit und übersteht lange Lagerung besser als kleine Formate.
Heute entsteht Emmentaler nach klar geregelten Verfahren in der Schweiz, daneben gibt es Varianten aus Deutschland, Frankreich und Österreich. Der geschützte Schweizer Emmentaler AOP wird ausschließlich aus Rohmilch von Kühen hergestellt, die keine Silage erhalten. Wer sich für weitere Spezialitäten aus derselben Tradition interessiert, findet beim Schweizer Käse eine ganze Reihe verwandter Hartkäse.
Wie die Löcher entstehen
Verantwortlich für die Löcher sind Propionsäurebakterien. Diese Kulturen verstoffwechseln während der Warmreifung Milchsäure und setzen dabei Kohlendioxid frei. Weil der junge Teig noch elastisch ist, drückt das Gas kleine Hohlräume auseinander, die über Wochen zu den typischen runden Löchern heranwachsen.
Größe und Verteilung der Löcher hängen von Temperatur und Dauer der Warmreifung ab. Ein zu warmer Keller führt zu übergroßen Hohlräumen und Rissen, ein zu kühler zu einem fast geschlossenen Teig. Die Lochung ist damit kein Zufall, sondern das Ergebnis genauer Steuerung im Reifekeller.
Reifung und Geschmacksentwicklung
Junger Emmentaler reift rund vier Monate und schmeckt mild, leicht süßlich und deutlich nussig. Zwischen acht und zwölf Monaten wird das Aroma kräftiger, der Teig fester und trockener. Sehr lange gereifte Laibe entwickeln würzige, fast pikante Noten sowie kleine Kristalle, die beim Kauen knirschen.
Ein direkter Vergleich mehrerer Reifegrade nebeneinander macht den Einfluss der Zeit greifbar. Rezeptur und Milch bleiben gleich, allein die Wochen im Keller verschieben Textur und Aroma spürbar.
Emmentaler im Sortiment
Emmentaler in unterschiedlichen Reifegraden, frisch am Stück geschnitten und sorgfältig verpackt versendet.
Zum SortimentVerwendung in der Küche
Emmentaler schmilzt gleichmäßig und zieht Fäden, weshalb er im Fondue, im Auflauf und auf Gratins seinen festen Platz hat. Im klassischen Schweizer Fondue wird er mit Gruyère kombiniert, der mehr Würze und Tiefe beisteuert.
Kalt passt er auf das Butterbrot, in den Salat und als Würfel zum Apéro. Auf einer Käseplatte bildet er den milden Gegenpol zu kräftigen Rotschmier- oder Blauschimmelsorten und sorgt für einen ruhigen Einstieg.
Einkauf, Schnitt und Lagerung
Guter Emmentaler riecht sauber und leicht nussig, der Teig zeigt sich elfenbeinfarben bis hellgelb und geschmeidig. Feuchte Stellen, klaffende Risse oder ein stechender Geruch deuten auf Fehler in der Reifung hin.
Zu Hause bleibt der Käse am besten in Käsepapier oder locker verpackt im Gemüsefach des Kühlschranks. Etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Servieren aus der Kühlung genommen, entfaltet sich das Aroma deutlich besser als direkt kalt.