Provolone: italienischer Käse mit gezogenem Teig

Provolone: italienischer Käse mit gezogenem Teig

Provolone gehört zur Familie der Filata-Käse, deren Teig vor dem Formen in heißem Wasser gezogen und geknetet wird. Ursprünglich stammt die Machart aus Süditalien, die größten Mengen entstehen heute jedoch in der Poebene. Auffällig sind die kräftigen Formen, die als Birne, Melone oder lange Wurst an Schnüren im Reifekeller hängen. Der Geschmack reicht je nach Reifung und verwendetem Lab von mild und milchig bis deutlich pikant.

HerkunftUrsprünglich Süditalien, heute vor allem Norditalien
MilchKuhmilch
TypFilata-Käse mit gezogenem Teig
ReifungEtwa ein bis drei Monate mild, ab sechs Monaten pikant
GeschmackMilchig und weich bis würzig und scharf
FormBirnen-, Melonen- und Wurstform, an Schnüren gereift

Herkunft und Verbreitung

Die Technik des gezogenen Teigs ist im Süden Italiens seit Langem verbreitet und wurde dort ursprünglich für kleine Formate genutzt. Im 19. Jahrhundert wanderte die Herstellung in den Norden, wo größere Milchmengen zur Verfügung standen. Dort entstanden die schweren Laibe, die bis heute das Bild in den Reifekellern prägen.

Neben der industriell verbreiteten Variante aus der Poebene gibt es regionale Spezialitäten aus Kampanien, die in kleineren Mengen und über längere Zeit reifen. Wer sich für vergleichbare Machart interessiert, findet unter italienischen Käsespezialitäten weitere Vertreter der Filata-Familie.

Was Pasta filata bedeutet

Nach dem Dicklegen und Abtropfen reift der Bruch für einige Stunden, bis der richtige Säuregrad erreicht ist. Anschließend wird er mit heißem Wasser übergossen und zu einem elastischen Strang gezogen. Genau dieser Schritt gibt dem Käse seine faserige, leicht schichtige Struktur.

Der warme Teig wird von Hand oder maschinell in Form gebracht, in kaltem Wasser gefestigt und danach gesalzen. Zum Schluss werden die Laibe mit Schnüren umwickelt und aufgehängt, was die typischen Abdrücke auf der Oberfläche hinterlässt.

Dolce und piccante

Für die milde Variante wird Kälberlab verwendet, das ein sanftes, buttriges Aroma ergibt. Nach ein bis drei Monaten ist der Teig geschmeidig, hell und leicht süßlich. Diese Form eignet sich gut für Brote und warme Gerichte.

Die pikante Variante entsteht mit Lamm- oder Zickleinlab und reift deutlich länger. Der Teig wird fester, die Farbe dunkler und der Geschmack scharf mit einer anhaltenden Würze. Ab etwa einem Jahr Reifung tritt zusätzlich eine leicht nussige Tiefe hervor.

Provolone entdecken

Milde und pikante Stücke aus Italien, frisch geschnitten und gut geschützt verpackt.

Zum Provolone

Geschmack und Begleiter

Junger Provolone schmeckt milchig, salzarm und angenehm elastisch im Biss. Mit der Reifung nimmt die Trockenheit zu, der Teig bricht leichter und die Würze wird dominanter. Ein italienischer Käse mit gezogenem Teig entwickelt dabei Aromen, die an Butter und geröstete Kerne erinnern.

Zu milden Stücken passen frisches Weißbrot, Tomaten und Olivenöl. Kräftige Stücke vertragen dunkles Brot, eingelegtes Gemüse und Salami. Als Getränk bewähren sich frische Weißweine bei jungen Laiben und gehaltvolle Rotweine bei gereiften.

Verwendung in der Küche

Der Filata-Teig schmilzt gleichmäßig und zieht dabei leichte Fäden. Damit eignet sich der Käse für überbackene Aufläufe, gefüllte Fleischröllchen und warme Sandwiches. In Scheiben kurz gegrillt behält er außen Biss und wird innen weich.

Kalt geschnitten kommt er auf eine Käseplatte, gern zusammen mit luftgetrocknetem Schinken. Gereifte Stücke lassen sich außerdem grob reiben und über Pasta streuen, wo sie eine würzige Alternative zu klassischen Hartkäsen bilden. Im Vergleich mit anderen Käsesorten aus ganz Europa fällt vor allem die faserige Textur auf.

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Provolone dolce und piccante?
Der Unterschied liegt im verwendeten Lab und in der Reifezeit. Dolce entsteht mit Kälberlab und reift nur wenige Monate, wodurch der Geschmack mild bleibt. Piccante wird mit Lamm- oder Zickleinlab hergestellt und reift länger, was zu einer deutlich schärferen Note führt.
Ist Provolone mit Mozzarella verwandt?
Beide gehören zur Gruppe der Filata-Käse und teilen den Schritt des Teigziehens. Mozzarella wird jedoch frisch verzehrt und enthält viel Feuchtigkeit. Provolone reift dagegen wochenlang und wird dadurch fester und würziger.
Warum hängen die Laibe an Schnüren?
Das Aufhängen sorgt für Luftzirkulation rund um den gesamten Laib und damit für eine gleichmäßige Reifung. Zugleich stützt die Umwicklung die schwere Form. Die Schnüre hinterlassen die typischen Riefen auf der Rinde.
Kann die Rinde mitgegessen werden?
Die Rinde ist fest und wachsartig und wird üblicherweise abgeschnitten. Bei jungen Laiben ist sie dünner, trägt aber wenig zum Geschmack bei. Für den Verzehr eignet sich der Teig darunter deutlich besser.
Wie lange hält sich ein angeschnittenes Stück?
Im Kühlschrank bleibt ein Stück in Käsepapier je nach Reifegrad ein bis drei Wochen gut. Milde Ware trocknet schneller aus als gereifte. Eine leicht feuchte Schnittfläche ist normal und lässt sich vor dem Servieren abtupfen.
Eignet sich Provolone zum Grillen?
Dickere Scheiben lassen sich auf einer heißen Platte kurz von beiden Seiten anbraten. Der Teig wird innen weich, während außen eine Kruste entsteht. Wichtig ist eine kurze Garzeit, damit der Käse nicht zerläuft.
Welche Alternativen gibt es beim Kochen?
Für milde Anwendungen kommt Scamorza dem Charakter am nächsten. Bei pikanten Rezepten lässt sich ein gereifter Bergkäse einsetzen, wobei das Schmelzverhalten anders ausfällt. Die faserige Struktur des gezogenen Teigs bleibt jedoch ein Merkmal, das schwer zu ersetzen ist.