Pecorino: italienischer Schafskäse und seine Sorten

Pecorino: italienischer Schafskäse und seine Sorten

Pecorino ist kein einzelner Käse, sondern der Sammelbegriff für italienische Käse aus reiner Schafsmilch. Der Name leitet sich von pecora ab, dem italienischen Wort für Schaf. Je nach Region und Reifezeit entstehen daraus sehr unterschiedliche Erzeugnisse, von jung und geschmeidig bis hart und ausgeprägt salzig. Besonders bekannt sind die Varianten aus Sardinien, Latium, der Toskana und Sizilien.

HerkunftMittel- und Süditalien, vor allem Sardinien, Latium und Toskana
MilchReine Schafsmilch
TypHalbfest bis hart, abhängig von der Sorte
ReifungVon rund 20 Tagen bis über zwölf Monate
GeschmackSalzig und würzig, oft mit kräuteriger Note
Bekannte SortenRomano, Sardo, Toscano und Siciliano

Was Pecorino ausmacht

Schafsmilch enthält mehr Fett und Eiweiß als Kuhmilch. Daraus ergibt sich ein Teig, der cremiger wirkt und beim Reifen eine dichte, oft leicht körnige Struktur annimmt. Der Geschmack fällt von Beginn an intensiver aus, mit einer würzigen Grundnote, die an Wolle und trockene Kräuter erinnert.

Weil die Schafe saisonal Milch geben, war die Herstellung früher an das Frühjahr und den Frühsommer gebunden. Diese Rhythmen prägen bis heute die Reifepläne vieler Betriebe und erklären, warum manche Sorten zu bestimmten Zeiten besonders ausgeprägt schmecken.

Die wichtigsten Sorten

Pecorino Romano ist die bekannteste Variante, wird überwiegend auf Sardinien produziert und stark gesalzen. Nach etwa acht bis zwölf Monaten ist der Teig hart und kräftig, ideal zum Reiben. Pecorino Sardo tritt in einer milden und einer gereiften Form auf und bleibt insgesamt runder im Geschmack.

Pecorino Toscano fällt deutlich weicher aus und wird schon nach wenigen Wochen verkauft. Der Teig ist elastisch, die Aromen erinnern an Milch und Heu. Pecorino Siciliano wird häufig mit Pfefferkörnern hergestellt und bringt dadurch eine zusätzliche Schärfe mit.

Herstellung und Reifung

Die Milch wird erwärmt und mit Lab dickgelegt, häufig mit Lammlab, das dem Käse eine leicht pikante Note gibt. Der Bruch wird je nach gewünschter Härte grob oder sehr fein geschnitten und anschließend in Formen gefüllt.

Gesalzen wird trocken oder in Salzlake, wobei die Dauer über die spätere Würze entscheidet. Während der Reifung werden die Laibe gewendet und teils mit Öl oder Tomatenmark eingerieben. Diese Rindenpflege schützt vor Austrocknung und beeinflusst die Farbe der Oberfläche.

Pecorino im Sortiment

Schafskäse aus Italien in verschiedenen Reifegraden, frisch geschnitten und versandfertig verpackt.

Zum Pecorino

Geschmack und Kombinationen

Junger Käse aus Schafsmilch schmeckt mild, leicht süßlich und angenehm frisch. Mit fortschreitender Reifung nehmen Salz und Schärfe zu, bis eine deutlich pikante Spitze im Abgang bleibt. Dazwischen liegen viele Zwischenstufen, die sich gut für Vergleichsverkostungen eignen.

Als Begleiter bewähren sich Birnen, Honig, Walnüsse und Saubohnen. In der Toskana wird junger Pecorino traditionell mit frischen Bohnen und Olivenöl gereicht. Zu kräftigen Sorten passt ein tanninreicher Rotwein, der die Salzigkeit auffängt.

Verwendung in der Küche

Gereifter Pecorino ist die Basis für römische Klassiker wie Cacio e Pepe und Amatriciana. Er wird fein gerieben und mit etwas Kochwasser zu einer Sauce verrührt, die ohne Sahne auskommt. Wegen der Salzigkeit sollte beim Würzen sparsam nachgesalzen werden.

Junge Stücke lassen sich in Scheiben schneiden und auf Brot legen oder kurz in der Pfanne anbraten. Auch in Pesto ersetzt Pecorino einen Teil des sonst üblichen Kuhmilchkäses. Wer weitere Spezialitäten aus italienischen Käsesorten sucht, findet dort verwandte Erzeugnisse aus derselben Tradition.

Häufige Fragen

Ist jeder Pecorino gleich salzig?
Nein, der Salzgehalt hängt stark von Sorte und Reifezeit ab. Pecorino Romano gehört zu den salzigsten Vertretern, während Pecorino Toscano deutlich milder bleibt. Wer eine zurückhaltende Würze sucht, greift zu jungen Varianten.
Kann Pecorino statt Parmesan verwendet werden?
In vielen Rezepten ist ein Austausch möglich, verändert aber das Ergebnis. Pecorino bringt mehr Salz und eine deutlichere Schärfe mit, weshalb die Menge reduziert werden sollte. Für sehr feine Saucen ist eine Mischung aus beiden eine gute Lösung.
Warum ist die Rinde manchmal rot oder schwarz gefärbt?
Viele Betriebe reiben die Laibe während der Reifung mit Öl, Asche oder Tomatenmark ein. Das schützt die Oberfläche vor dem Austrocknen und vor unerwünschtem Schimmel. Die Farbe ist damit ein Ergebnis der Rindenpflege und kein Zusatz im Teig.
Wie wird Pecorino richtig gelagert?
Am besten eignet sich Käsepapier im Gemüsefach des Kühlschranks. Junge Sorten sollten innerhalb weniger Tage verbraucht werden, gereifte Stücke halten mehrere Wochen. Vor dem Verzehr sorgt Raumtemperatur für ein volleres Aroma.
Enthält Pecorino Laktose?
Der Laktosegehalt sinkt während der Reifung deutlich. Lang gereifte Sorten enthalten daher meist nur noch Spuren. Junge, kurz gereifte Varianten liegen höher und sind bei einer Unverträglichkeit weniger geeignet.
Woran erkennt man gute Qualität?
Ein gleichmäßiger Teig ohne größere Risse und eine intakte Rinde sind gute Anzeichen. Der Duft sollte klar und milchig sein, nicht stechend oder ammoniakartig. Ein Herkunftssiegel gibt zusätzliche Sicherheit über Milchart und Region.
Passt Pecorino auf eine gemischte Käseplatte?
Ja, er sorgt für einen kräftigen Kontrast zu milden Kuhmilchkäsen. Sinnvoll ist es, ihn am Ende der Reihenfolge zu probieren, damit feinere Aromen vorher zur Geltung kommen. Etwas Honig oder Feigensenf gleicht die Salzigkeit aus.